Lyrik - Renate Khan Boloki

Renate Khan Bolokis lyrische Wortkunst.


Werke:

Warten

Aufgeräumt, Krempel vom Tisch verbannt
schon 100mal zum Fenster gerannt,
wie blöd das Telefon belauert,
bei jedem Ton zusammengeschauert.
Es war dann immer irgendwer dran,
nur leider nicht der ersehnte Mann.
Zwischendurch mal wieder das Handy kontrolliert,
vielleicht hat es ja unbemerkt vibriert?
Von sms oder Anruf keine Spur,
versteh ich nicht wo bleibt er nur?
Aufhorchen bei jeder Autotür
geht es noch irgendjemand so wie mir?
Im Kühlschrank wartet schon der Sekt
jetzt ist ja alles fast perfekt
denke ich – doch von wegen
da kommt mir die Milchpackung entgegen.
Schnell den Boden putzen mit Verbissenheit,
heute Abend keine Chance auf Gelassenheit!
Ein Blick auf die Uhr sagt : 3 Stunden sind weg
noch weiter zu warten hat gar keinen Zweck.
Hätte ich doch was Besseres mit meiner Zeit angefangen
und wäre stattdessen ins Kino gegangen
hätte neben einem netten Herrn gesessen
und den anderen für 2 Stunden vergessen
dann noch 1 Stunde lang Erotisches gelesen -
wäre ein interessanterer Abend gewesen.

(Renate Khan Boloki)

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Wolken weichen denn
ganz zart berührt die Sonne
schlafende Blüten.

(Renate Khan Boloki)

Früher Tau lässt sich
sanft auf Grashalmen nieder
ganz nah der Frühling.

(Renate Khan Boloki)

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BITTE BLEIB

nicht stehen

in anerzogenen Einstellungen
in verbreiteten Klischees
in alten Mustern
in ausgetretenen Wegen
in gewohnten Abhängigkeiten
in konditionierten Befürchtungen

sondern

DIR TREU

(Renate Khan Boloki)

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Meditation

Eintauchen
in die Tiefe
wie in einen See
Gedanken
vorbeiziehen lassen
wie ungeöffnete Briefe
sich hinwenden
nach innen
den Atem
wahrnehmen
wie einen
verlässlichen Freund
in der Stille
sich selbst finden
und
das Leben

(Renate Khan Boloki)

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Der Mond

Du siehst den Mond
und du weißt nicht genau
ist er nun Mann oder ist er Frau?
Geheimnisvoll ist sein warmes Licht
wenn es die Dunkelheit durchbricht.
Manchmal kommt sein heller Schein
sogar durchs Fenster ins Zimmer herein.
Du kannst dich erinnern,
wir sahen ihn gehen,
es war ein Erlebnis
ihn so nah zu sehen.
Gedanken und Träume
weckt er auf,
holt sie aus verborgenen Tiefen herauf.
Er verändert sich ständig,
symbolisiert Wandel und Zeit
und erinnert uns schließlich
auch an die Ewigkeit.
Wie klein sind wir doch,
wie eng uns´re Sicht,
und der Mond braucht die Sonne,
er selber scheint nicht.

(Renate Khan Boloki)

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