Lyrik - Anne Heintze
Anne Heintzes lyrische Wortkunst.
Werke:
INGWER
Wie Glut die Wurzel in mir liegt,
mein Innres rötet und reizt,
tief in mir gleißendes Magma fließt
mit Wundern wird nicht gegeizt
DA
Der Blick deiner fassungslosen Augen
lässt mich nicht mehr los,
bis die Wellen der Lust verebben,
du, selbst heiß, im heißen Schoß
ERGIESST
dich in mich, verwundert, gereizt
und fragst dich, ob Wurzeln in dir
dich ebenfalls zur Rotglut trieben
oder besser im Essen blieben?
(Anne Heintze)
The Taste of You
Erst der Kuss
... ich schmecke, dass du mich nehmen willst
... ich schmecke, wie du mich nehmen willst
... ich schmecke, wo du mich nehmen willst
Dann die Haut
... ich schmecke deine Hitze
... ich schmecke deinen Puls
... ich schmecke deine Ungeduld
Dann DU
... ich schmecke deine Vorfreude
... ich schmecke deine Hingabe
... ich schmecke deine Explosion
DU! MEHR!
(Anne Heintze)
GEBEN
ich will,
dass du mich nimmst,
immer wieder,
und wieder.
warum?
damit ich geben kann,
geben,
und geben,
immer wieder.
(Anne Heintze)
LOSLASSEN
Wenn ich die richtige Sache
(oder anderes) anfasse,
warum sollte ich sie dann loslassen?
Oder das Loslassen lernen (wollen)?
Es gibt keinen Grund lozulassen,
wenn es das RICHTIGE Angefasste ist.
Wenn ich aber meine,
loslassen zu müssen,
habe ich dann das Falsche angefasst?
Wenn das Gefasste weggleitet,
habe dann das Falsche angefasst?
Oder
falsch angefasst?
(Anne Heintze)
SCHMELZEN
schmelzende sahne oder, noch langsamer, softeis, ein ganz weiches fließen, zart, sanft erwärmt, sehr erotisch und sinnlich, auf jeden fall aber lebendig und süß, so ist mein schmerzhaftes fließen aus mir, in dich, für dich, das weggehen und atmen allein, ohne deinen hauch neben mir, dich beschützend und gleichzeitig an deiner wahren kraft tankend. leck mich auf und hinterlass mich geliebt.
(Anne Heintze)
AUSSERHALB
Abseits
mir selbst
könnte ich mich
eigentlich
fühlen
wenn ich
nicht wüsste
dass
du an
meiner Seite
außerhalb
von mir
ein Teil
von
mir
wärst.
(Anne Heintze)
LOSLASSEN
DU und ich, - wir beide
Haben einander genossen
In unserem ganzen Wesen
Dem starken in mir - Ganz Frau
Dem starken in dir - Ganz Mann
Dem schwachen in mir - ängstlich, klein und zart
Dem schwachen in dir - verletzt, einsam und hart
Vielleicht waren wir einander zu früh
Sicher war ich dir zu viel
Ungeduld ist meine Krankheit
Deine ist Verlorenheit
Pendelnd konnten wir uns finden
Spiegelnd in einander sehen
Doch anstatt uns anzubinden
Musst du deines Weges gehen
(Anne Heintze)
ERSCHÜTTERT
erschüttert
haben mich deine worte
dabei sind sie eine himmelspforte
wenn denn die kraft
erwacht
hindurch zu gehen
ermutigt
sehe ich die möglichkeiten
denkbare wege zu beschreiten
wenn denn das herz
sich fasst
um aufzustehen
erneuert
fühl ich mich wie selten
sehne unermessliche welten
wenn denn der mut
mich nicht
verlässt zu
TUN
(Anne Heintze)
FLIESSEN
lass mich fliessen
einfach SEIN
neben deinem Herzen: REIN
wo bist du,
der wahre MANN,
der auch sich erwecken kann?
kann dich fühlen
kann dich sehen
wenn die SEELEN wandern gehen
warte einfach
sei bereit
denn es komm die rechte Zeit
BALD.
(Anne Heintze)
LUST
Diese gnadenlose Lust
Dieses hemmungslose Wollen
Dieser Drang nach dir
Diese weiche, warme Welle
Diese Sehnen, Rufen, Locken
Diese harte spitze Gier
Diese Nässe
Diese Härte
Dieses Pulsen
Dieses...
Das Vergehen in dem Schmelzen
Dort wo helle Sterne glühn
Dunkle Herzen hell erstrahlen
und die Säfte fließen
und der Schoß sich öffnet
und das Senken reibt
Dann...
Gleiten
Stoßen
Schmecken
Reiben
Wollen
Atmen
Riechen
Bersten
Sein
Und am Ende doch allein.
(Anne Heintze)
FRAGEN
Wo gehst du?
Wo stehst du?
Gehst du voran oder steckst du fest?
Gehst du in dich oder aus dir raus?
Bist du gelöst von alten Erfahrungen und lässt neue zu?
Bist du bei dir oder den Schimären der Vergangenheit?
Bist du mutig oder zaudernd?
Bist du beflügelt oder flügellahm?
Bist du ein Potenzial oder eine Substanz?
Kannst du dich neben dich stellen und sehen, was wirkt?
Kannst du nehmen und annehmen, was kommt?
Hörst du auf deinen Verstand oder auf dein Gefühl?
Heilst du (dich) oder willst du (noch) leiden?
Bewältigst du oder tust du dir selbst Gewalt an?
Schaust du zurück oder weit nach vorn?
Ahnst du oder weißt du?
Lässt du los und geschehen, was geschehen will?
Möchtest du rein sein und genießen, was dir geschenkt ist?
Spiegelst und pendelst du im Nirvana?
Spiegelst und pendelst du im Jetzt?
Freust du dich an dem, was du siehst?
Oder siehst du, was du vermisst?
Nimmst du (dich) liebevoll an die Hand?
Oder weist du die ausgesteckte Hand von dir?
Verzeihst du dir?
Beschenkst du dich?
Liebst du dich?
Liebst du dich?
Liebst du dich?
Manchmal kann man Fragen und Antworten nur in sich selbst finden.
Manchmal kann es nützlich sein, gefragt zu werden und zu reflektieren.
Manchmal nützt es gar nichts im eigenen Saft zu schmoren.
Manchmal wollen die Worte und Bilder gelockt werden.
Manchmal darf das Wollen keine Rolle spielen, das Sein umso mehr.
Manchmal gibt es nur ein sehr kleines Fenster, durch das man sehen kann.
Manchmal, manchmal, manchmal, - selten, sehr, sehr selten…..
Antwortest du (dir) oder weichst du den Antworten (weiter) aus?
Du bist ein guter Mensch.
Auch zu dir selbst?
Quäl dich nicht.
Lebe deine Kraft.
Sei.
JETZT!
(Anne Heintze)
SPIELGEIST
spielend ich die Welt erfahre
spielend mich am Geiste labe
spielend steh ich fest im Leben
spielend kann ich Reichtum geben
spielend lass mich dich berühren
spielend gib dich hin im Führen
spielend sei in dir allein
spielend lass den andern sein
spielend gib dich einfach hin
spielend nur macht Leben Sinn
geistig spielen ist das reine
wahre Spiel im Geist alleine
(Anne Heintze)
FLOW
Fliessen lassen und geschehen lassen was geschehen will, sich nicht wehren nicht beeinflussen, nicht wollen, nicht vermeiden, einfach nur zuschauen und mitfließen im Fluss des Seins, Fallenlassen und Annehmen was da sein will, wie schwer das ist, was aber, wenn dann der Flow geschieht, das Mitgehen das lustvolle Aufgehen im Geschehen, der Rausch entsteht und ich nicht mal mehr ändern und steuern will, wie schön ist das, völlige Harmonie, Synkronizität von Sein und Atem, Herzschlag und Denken, und Emotionen, alles einfach nur perfekt, Einssein mit der Umgebung und Bewusstsein, und Unbewusstsein werden unwichtig, unwirklich, denn sie haben keine Bedeutung mehr, wirken nicht, sind nicht, einfach nur tun, handeln oder einfach nichts tun, wenn das denn der Flow ist, was will ich mehr, was will ich anderes, was könnte ich je dagegen unternehmen, alles ist perfekt, so wie es ist, keine Notwendigkeit zur Kontrolle, keine Sorgen, keine Ziele, keine Zeit mehr, alles weg alles aufgelöst im
FLOW.
(Anne Heintze)