Lyrik - Inge Wrobel

 


mundtot

früher
küsstest du
worte
von meinen lippen

heute
stammele ich
auf der suche nach worten
die geküsst sein wollen

(Inge Wrobel)


Lebenstanz

Mein Leben eilt, als wollt’ es zeigen,
dass jede Stunde doppelt zählt.
Hab richt’ge Wege ich gewählt
dort, wo die Wege sich verzweigen?

Mir war ein Tempo stets zu eigen,
das mich so manches Mal gequält,
mich mit der Ungeduld vermählt.
Ich fügte mich in diesen Reigen.

Doch heute, beim Nach-innen-Neigen,
bin ich für diesen Blick bereit,
der mir beweist, dass meine Zeit –

so kurz und eng und dennoch weit –
das Eine ist: die Ewigkeit.
Und dankbar falle ich in’s Schweigen.

(Inge Wrobel)

Inge Wrobel im Web:

http://www.ingewrobel.de

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