Erlöstes Leben

von Kim van Suyling

Komm und hol mich du düsterer Gesell, aus der Qual des Lebens zu dir ins Reich der Finsternis. Gern tausche ich das Kleid des Schmerzes mit dem Mantel der Glückseligkeit, Zeit und Raum sind dann nicht mehr der Schmerzen Leid, des Lebens Müd, meine Seele mit dir fliegt. Komm mein teurer Freund, lass uns nicht vergeuden sinnlos gewordene Zeit. So will ich frei mich fühlen wie der Wind, aller Sündenschuld entfliehen und mich freuen wie ein Kind, auf die lange Reise in die Ewigkeit. Erlöst von Schmerz und Pein, oh mein Bote des Todes, lass mich nicht allein. Des Leidenspfad bin ich gegangen voll Müh und Plag, nun ich in Frieden geh von dannen, ins Nichts nach Nirgendwo. Trauert nicht um mich, es wäre ja nicht wahr, wie habt ihr mich gepeinigt und voll Hohn erniedrigt Tag um Tag und Jahr für Jahr. Meine Seele zerschunden, mein Herz voll Gram und Weh, ich meinen letzten Weg mit ihm nun geh. Ins Land der Toten so nah und doch so fern, begleitet von einem strahlend schönen Stern. Ich seh am Horizont sein düster schimmerndes Leuchten, nun bin gleich ich in der Seelenwelt, dem anderen Sein und steh vor meinem Schöpfer der mir gibt einen Platz in seinem unendlichen Reich. Erhebt nicht euer Haupt an meinem Grab und sprecht nicht aus die Lügen, mein Leben lang, wie hab ich unter euch gelitten, unterjocht und demütig euch gedient, verharrt nicht an meinem Grabe, auch nicht mit gesenktem Haupt in aller Stille, es war mein letzter nicht von euch gebrochener Wille, ich ging für immer fort aus eurer Welt der Bosheit und der Niedertracht.